Die STILLE Ecke!!!

Heimlich still und leise Empfehlung für den digitalisierenden Ehegatten.
Wer Stille sucht, findet oft beredtes Schweigen.


Vor kurzem habe ich gelesen, dass Lärm Magenprobleme verursachen kann. Wissenschaftler haben nämlich festgestellt, dass … Dazu brauche ich keine Wissenschaftler. Das sagt mir mein Bauchgefühl, bei mir also das erweiterte Hirn - und davon habe ich viel! On Top kommt noch, dass man zwar Ruhe sucht, findet aber Einsamkeit. Und das verursacht dann zu den Magenbeschwerden auch noch psychische Probleme. „Es ist nicht gut, dass der Mensch alleine sei“, aber wenn ich mich so umschaue, dann merke ich schnell, dass man zu zweit doppelt so einsam sein kann. Scheinbar können das aber viele recht locker ertragen. - Das täuscht! Es ist eine quälend laute Stille, die da dröhnt und krank macht, zumal sie heute durch so kleine Wischkästla in fast jedermanns Hand noch dröhnender wird. Man unterhält sich schweigend nebeneinander sitzend lautstark mittels digitaler Endgeräte. Für die Seele ist das auch nicht gesund, - aber vielleicht für die Daumengelenke. Die gute Nachricht wäre: Wir haben es buchstäblich selbst in der Hand - und können es deswegen auch weglegen. Sprechen Sie nach 34 Jahren Ehe (Lithium-Batterie-Hochzeit) mal wieder mit Ihrem Partner! Sie werden im geschützt-digitalfreien Raum Interessantes über sie und sich erfahren, gerade jetzt, da sie beide älter werden. Als hoffentlich nicht kontraproduktiven Kristallisationspunkt nehmen sie zur „Not“ das folgende kleine Lied:

                                 „Wie in guten Tagen, so in schwerer Zeit
                               standen wir zusammen in Gemeinsamkeit,
                             lebt’ in unsren Herzen die Zufriedenheit,
                           viele gute Jahre, all die schöne Zeit.
                         Wie in guten Tagen, so in schwerer Zeit        
                       überwiegt doch jedem Tag die Heiterkeit
                     Wird uns überdauern die Verbundenheit …“

(auch im Wischkästla zu hören auf der Homepage der Kirchengemeinde bei diesem Artikel auf der „Stillen Seite“) Wissen Sie noch, wie das damals in den ersten Jahren bei Ihnen war? - Genau!

                                                                                              Bernhard Theinert

Die STILLE Ecke!!!

Jeder nach seiner Fasson. 

We work hard - and we enjoy hard !

Jetzt ist es wieder soweit: Wir fahren nach Norwegen in Urlaub, campen auf Westerland, erholen uns am Ostseestrand von Rügen oder reisen sogar in den sonnigsten Süden aller Zeiten. „We work hard - and we enjoy hard!“ Diesem Motto folgend, wird auch die wertvolle freie Zeit wie das Arbeitsleben durch-getaktet, was nicht selten in Freizeitstress endet.  Alles, nur ja nicht auch nur an Arbeit denken

Es ist per se nicht gut, wenn man Arbeit und Freizeit strikt trennen muss. Wer in seiner Arbeit aufgeht, macht das eh nicht. Klar, das kann nicht jeder, aber muss man dann auch noch zusätzlich jedes Wochenende zwanghaft zum Adventure- oder Wellness-Weekend machen, die Ferien zum „social Event“, das filmreif über UodsÄbb geteilt werden muss? 

„Wo warst Du im Urlaub?“ wird scheinbar zur peinlichen Frage, wenn man zugeben muss, dass es doch nicht die Seychellen waren, sondern dass einem der eigene Garten oder Balkon genügt, auch weil man nicht irgendwo  im Reiseverkehr feststecken wollte. 

Mittlerweile habe ich mir von „Peter & Paul“ bis „Antoninus“ ein Reiseverbot auferlegt - und ich „fahre“ sehr gut damit; je mehr die Klimaerwärmung fortschreitet sowieso. Bis auf kleine Tagesausfahrten wird die Ruhe im Homeland geradezu eingesogen, der gewittrige Regenguss als willkommene Abwechslung zur Hitze gesehen und speziell abends werden Balkon und Garten zum erweiterten Wohn- und Küchenraum. Im Freundeskreis machen es ein paar wenige mittlerweile auch so. 

Und dann hockt man da in aller Ruhe von possierlichen Mosquitos umschwirrt im Schatten eines Baumes mit ein paar anderen freiwillig „Zurückgebliebenen“, hat seinen englisch kühlen Mr.-PIMM’s-Frucht-Cocktail in der Hand und lässt gemächlich eine andalusische Paella con Socarrat auf dem offenen Feuer aus der viel zu großen Gusseisenpfanne wachsen; der bretonische Cidre steht im Brunnen schon kalt und die Panna-Cotta wartet auf Ihren späten Auftritt mit Caffè. Vorher vielleicht noch ein Bleu d’Auvergne, aber der Hausherr sucht noch passenden Vin de France dazu. Hoffentlich taugt der Pineau des Charentes zum Blauschimmel-Begleiter? - Nee, doch besser den Cidre?! -  Beides! 

Einmal quer durch Europa - an einem Abend - dekadent - aber gut! 

Ich wünsche Ihnen eine erholsame Sommerzeit, wie auch immer Sie es angehen! Wenn Sie weg fahren, dann kommen Sie bitte heil und am Stück wieder! Ob ich allerdings einen PIMM’s für Sie über den Sommer retten kann…?

 Aus dem stillen Tal / grüßt Sie tausend mal…

 Bernardo da Winzig

 

Die STILLE Ecke!!!

„Viel Lärm um nichts?“ 

„Mords G’schroi om nex?“

Wenn sich Gott und die Welt treffen, dann kann das eigentlich nur in Rom im Petersdom sein! Dort fährt einem dann drondernai gerne auch mal der Heilige Geist in Hirn und Herz und mit etwas Glück streift er zwei oder mehr Staatenlenker gleichzeitig. Schnell hörte man wundergläubige Leute wähnen, dass Franziskus hier post mortem seine Segensfinger im Spiel hatte, um wieder etwas mehr Vernunft zurück in die Welt zu bringen. 

Der Anlass des Treffens war zwar „nur“ das Requiem auf dem Petersplatz für den verstorbenen Papst, aber die große Schläue eines „Komikers“ brachte den Präsidenten Володимир Selenskyj dazu, den immer noch mächtigsten Mann der Welt schon vorher bei einer Seitenkapelle vor dem Taufbecken, ehemals Sarkophag von Kaiser Otto II., in ein Vier-Augen-Gespräch zu verwickeln. 

Was in diesen 15½ Minuten Weltgeschichte beredet wurde wissen wir nicht wirklich. Die Hoffnung auf einen leichten Sinneswandel bei Präsident Trump aber scheint danach etwas belastbarer zu sein. Immerhin hat er sich ja derart geäußert, dass Papst für ihn durchaus ein anstrebenswerter Job sei. 

Manch einer mag ein zart züngelndes Flämmlein des Heiligen Geistes dafür verantwortlich machen, dass es nun mit einem halbwegs gerechten Friedensschluss vorangeht. Warten wir’s ab! In der Ruhe liegt Kraft, in der Stille Demut und im Vatikan lauert der Heilige Geist.

Mr. MAGA-President ist immer für eine Überraschung gut, wenngleich sowas wie Demut nicht seine Stärke ist - und Stille gleich garnicht. Für sein Ego scheint es nichts schlimmeres zu geben, wie das Gesicht zu verlieren und in der Öffentlichkeit vorgeführt zu werden. Aber mal ehrlich: Geht es Ihnen nicht auch so?! Mir schon. Um so wichtiger ist es, dass man ihm einen (Phyrrhus-)Sieg zur Gesichtswahrung lässt, damit er seinen Anhängern in den USA dies als „Deal“ verkaufen kann. Aber die Medien zerreden halt immer viel zu schnell, was da gerade vor sich geht - und das ist kontraproduktiv. Ein wenig Zurückhaltung wäre besser, vielleicht gepaart mit einem wänzägen Schoss positiver Verstärkung. Hoffen wir also, dass es gerade auch deswegen nicht wieder „Much Ado About Nothing“ war?!

Wir hatten in Deutschland eine andere Großbaustelle: Regierungsbildung mit Hindernissen!
Der römisch-deutsche Kaiser Otto II. hat zwar im Vatikan bei obigem Zwiegespräch quasi als Statist mitgespielt, aber eine handlungsfähige deutsche Regierung war nicht beteiligt. Leider! Immerhin hat sich diese ja mittlerweile formiert und war schon auf Friedensmission in Kiew.

Was die Medien noch vor Veröffentlichung des Koalitionsvertrages zwischen SPD & Union schon alles kritisiert haben, war manchmal hanebüchen. Auch hier wäre erst mal etwas Zu-rückhaltung angebracht gewesen, anstatt voreiliges Zerreden und Kritisieren. Lasst die zwei Lager, die jetzt regieren wollen, allen Umfragen zum Trotz, doch erstmal zu Potte kommen und anfangen zu arbeiten! Abwarten und Hopfentee trinken! Das wäre vielleicht der vernünftigere Umgang mit den politischen Protagonisten, die wir uns als Regierende erwählt haben.  

In knappen 100 Tagen wissen wir mehr und dann ist eine kritische Bewertung sogar Pflicht. 

Ich bin gewiss: Der Heilige Geist wirkt auch da, wo man es am wenigstens vermutet. 

In der Ruhe liegt die Kraft,
in der Stille die Demut,
im Heiligen Geist die Weisheit.

Bernhard Theinert,
glaubender Positivist

Die STILLE Ecke!!!

Stille Momente sind kostbare Perlen im Strom des Lebens. Sie bieten uns eine Gelegenheit, nnezuhalten, durchzuatmen und den Lärm des Alltags auszublenden. In diesen Augenblicken der Ruhe finden wir die Zeit, uns selbst zu hören und unsere Gedanken zu ordnen. Stille Momente können ganz unterschiedlich sein. Es kann der frühe Morgen sein, bevor die Welt erwacht, wenn der Tau auf dem Gras glitzert und die Vögel ihren ersten Gesang anstimmen. Oder es kann der Augenblick am Abend sein, wenn die Sonne untergeht und die Welt in warmes, goldenes Licht taucht. In der Stille finden wir auch die Möglichkeit zur Reflexion. Wir denken über das nach, was war und darüber, was noch kommen mag. Diese ruhigen Phasen geben uns die Chance, über unsere Träume, Hoffnungen und auch Ängste nachzudenken. Sie helfen uns, Klarheit zu finden und neue Perspektiven zu gewinnen. Stille Momente sind auch Zeiten der Dankbarkeit. Wir erkennen die kleinen Freuden im Leben, die wir oft übersehen – das Lächeln eines geliebten Menschen, der Duft von frisch gebackenem Brot oder das Gefühl von Sonnenstrahlen auf der Haut. In der Stille können wir diese Momente schätzen und uns daran erfreuen. Und schließlich sind stille Momente Zeiten der Heilung. Sie bieten unserem Geist und Körper die Gelegenheit, sich zu erholen und neue Energie zu tanken. In der Stille können wir loslassen, uns entspannen und Frieden finden.
Mirella Kovacs

Die STILLE Ecke!!!

Verdrehte Welt: Weihnachtsmarkt - Allerseelen - Totensonntag…
Stille Zeit in hektischem Ambiente

In Bayreuth wohnen die Schwester meines Vaters und meine Lieblingstante in Personalunion. Leicht gesagt, weil es das einzig mir verbliebene Tantchen überhaupt ist. Meine Geliebte im Herrn, die eine besondere Affinität zu ihr pflegt, und ich besuchen sie nicht oft, aber wenn, dann gerne. Im Oktober das letzte Mal und siehe da: Ein Weihnachtsmarkt, - schon eröffnet! - Vor Allerseelen! Immerhin nannten sie die etwas früh im Jahr beginnende Veranstaltung dann „Winterdorf“, oder in Hamburg ab 1. November „Wandsbeker Winterzauber“, wenngleich in beiden Städten noch die warme Herbstsonne schien.

Apropos: es scheint so, älswiewennob man unbedingt die etwas stillere Zeit des Jahres so früh wie möglich mit Lärm und Kommerz bedrängen müsste. Nicht wenige finden es praktisch, schon im Oktober für Weihnachten vorsorgen zu können. Die gute Elisabeth berichtet aus Essen, wo der Weihnachtsmarkt an Allerseelen seine Tore bis zum 5. Jänner öffnet, dass heuer eine hohe sechsstellige Besucherzahl erwartet würde.

Schade, dass anstatt Ruhe und innere Vorbereitung auf die Geburt des Erlösers grad immer noch mehr Hektik, Lärm und Lichtverschmutzung das adventliche „Licht der Welt“ überdeckt.

Wäre es, auch mit Blick auf die globalen Krisenherde, nicht mal an der Zeit, den Kommerz außen vor zu lassen, sich aber wohl mit Freunden und Familie adventlich an den Tisch zu setzen und das vergangene Jahr Revue passieren zu lassen, um so das neue Kirchenjahr mit stillem Glockengetöse einzuläuten? Der Novello ist bald da, dann probieren wir das mal aus!

Die guten Ratschläge für eine adventliche Besinnlichkeit, die jetzt eigentlich kommen müssten, spare ich mir, weil ich mich ja selbst nicht daranhalte und jedes Jahr auf’s Neue von dieser teilweise sinnentleerten Betriebsamkeit mitreißen lasse.

Versuchen Sie einfach, es ein bisschen besser zu machen!

Es grüßt aus dem Tal der Ölgötzen
ein besinnungsloser
Bernhard Theinert

Die STILLE Ecke!!!

Jetzt lärmt es wieder an allen Ecken
und Weihnachtswerbung uns überrollt;
jetzt wollen sie all unsre Wünsche wecken,
die ganze Welt scheint rot und gold.

Wenn Weihnachtswerbung uns überrollt,
wo bleibt das kleine Adventskranzlicht?
Zwischen dem Glitter in rot und gold
sieht man das kleine Kerzenlicht nicht.

Doch leuchtet das kleine Adventskranzlicht
flackernd, wartend, wärmend, still -
oft sieht man’s in eilender Hektik nicht,
obwohl es uns freundlich einladen will.

Flackernd, wartend, wärmend und still
will’s anderen Wunsch in uns wecken:
uns zu Besinnlichkeit einladen will -
weit weg von den lärmenden Ecken.

Claudia Wenke-Matz

Die STILLE Ecke!!!

Es ist der Moment
in dem sich Stille
in Gebet verwandelt
und ich sie ahnen darf:
In diesem Augenblick
der Demut
des Staunens
der Zeitlosigkeit –
die allumfassende
Gegenwart Gottes.

Claudia Wenke-Matz
 

Stille-Erfahrungen der Schola Cantorum Lorchensis

Für uns besonders wichtig: Die Stille in der gregorianisch gesungenen Psalmodie, in der man dem Inhalt in nur anderthalb Sekunden nachsinnen, und sich, ganz praktisch, beatmen lassen kann. Ja: LASSEN! Der geübte Scholasänger atmet nicht mehr selbst und will desderwegen auch nach der letzten Antiphon nur ungern mit dem Singen aufhören, um nicht vom Luftstrom abgeschnitten zu werden.

Und genau in der Stille zwischen den Psalmversen, in besagten 1,5 Sekunden, verneigt sich der Mensch vor Gottes Allmacht und begreift gleichzeitig seine eigene Ohnmacht.

Der Nachhall einer so wunderbaren Klosterkirche wie wir sie in Lorch haben, aber auch von Sankt Konrad tut dann noch ein Übriges um auch teilweise glaubensferne Zuhörer mitzunehmen in dieses klangvoll stille Glaubenserleben.

Für unsere „Schola Cantorum Lorchensis“ gilt:

„Gregorianik ist die Kunst, Stille in gesungenes Gebet zu verwandeln -
und umgekehrt.“   

                                                                      

Bernhard Theinert

Die STILLE Ecke!!!

Als „beliebte“ Strafmethode der Eltern berüchtigt:

Verschärft wurde det Janze, wenn man dort auch noch knien musste und das womöglich noch auf einem  Brennholzscheit.

Gott sei Dank waren meine Altvorderen kinderfreundlich genug, um mich allerhöchstens ein paar Minuten im „stillen Eck“ STEHEN zu lassen. Pragmatisch veranlagt, habe ich, um die eckstehend verlorene Lebenszeit so kurz wie möglich zu halten, auf 12 gezählt und dann, wenn auch widerwillig, irgendeine Art „Entschuldigung“ angebracht. Damit war mein Ungehorsam zumeist auch schon genug bestraft und ich durfte wieder uff d’Gass, nicht ohne bei Omi schnell noch aus deren Mauganeschd a Schoglädle zu klauen und die Kumpel*Innen draußen mit zu versorgen. Man könnte auch von wirkungsloser Strafe sprechen, aber die Versuchung war einfach immer zu groß. Kommentar der Großmutter: „Ess no Bua, dass was wirsch. Nex bisch scho lang.“ Tja, das hat sich mittlerweile auch stark geändert.

Trotz solchen Erlebens sehne ausgerechnet ich mich, Sie mögen schmunzeln, manchmal, bzw. immer öfters nach Stille unterschiedlichster Art. 

Da gibt es die beredte Stille, mit der man sich ohne Worte so viel sagen kann. Es gibt die spannungsgeladene Stille vor der wie auch immer gearteten Entladung; Morgenstille nach dem Aufstehen, durchbrochen vom Gezwitscher komischer Vögel. Die bewusst gesetzte Kunstpause zwischen den Satzteilen, oder die notwendige Stille des kontemplativen Nachdenkens über die Lesung, das Evangelium, die Predigt…
Um der Stille etwas mehr Gehör zu verschaffen soll über mehrere MOSAIK-Ausgaben hinweg „Die STILLE Ecke“ eingerichtet werden, um Sie, um uns wieder für Stille zu sensibilisieren.

Kann ja sein, Sie wollen uns heimlich still und leise
    - Wortbeiträge der leisen Art
   - Bilder als Stil(l)-Leben
  - Gedichte ohne Worte
 - Lieder ohne Töne

zum Thema „Stille“ schenken?! Schicken Sie’s an die Redaktion,bzw. ans Pfarrbüro!

Stille scheint in unserer von Dauerbeschallung geprägten Welt immer schwerer erträglich zu sein, aber stille Momente sind gute und bisweilen sogar glückliche Momente!

Bernhard Theinert