Prunksitzung des Kirchengemeinderates Sankt Konrad

Halleluja anstatt Helau, aber sonst genauso humorvoll und fruchtbar:

Verabschiedung der ausgeschiedenen Mitglieder des Kirchengemeinderats

Corona-bedingt, wie kann es anders sein, fand die konstituierende Sitzung mit vier Monaten Verspätung in der heimelig und doch festlich beleuchteten Konradskirche in Lorch statt. Überstrahlt von der Osterkerze wurde der neue KGR zum Leben erweckt, wobei Herr Pfarrer Erhard Nentwich, bis über beide Ohren maskiert, die erste Versammlung des neuen Rates geschickt zu führen wusste um Handlungsfähigkeit herzustellen. Somit können die wichtigsten Ausschüsse ihre Arbeit sofort aufnehmen.

Aber zuvor war erst mal Aschermittwoch angesagt. Abschiedsstimmung und  Betroffenheit beherrschte unendliche anderthalb Minuten den Kirchenraum, der schon viele Requiems gesehen hatte, aber noch nie so ein Trauerspiel: Fünf Altgediente machten es wie Bismarck, nur dass das Schifflein Petri garnienicht sinken kann, solange es von so vielen Nieten zusammengehalten wird. Und damit sind natürlich NICHT die Ehrenamtlichen gemeint. 

Dem Bild nach könnte man meinen, die Panzerknacker planen den nächsten Banküberfall: Gabriele Schmaderer, die in Waldhausen so viel aufgebaut und organisiert hat; Carola Schwarz mit dem Schwerpunkt Kinder-Kirche und -Garten; Rosalinde Lutz, ohne deren pragmatische Art der alte Rat sich schwer getan hätte und überkonfessionelle Feste fast nicht möglich gewesen wären; Julia Daniello, die gute Seele nicht nur des Waldhäuser Kirchenhocks sowie Bernhard Theinert, passionierter Quertreiber, begeben sich freiwillig in die dritte Reihe, werden aber weiterhin aktiv in der Kirchengemeinde verankert bleiben. 

Dafür treten allerdings statt bisher 10 nun insgesamt 12 Kirchengemeinderäte unterschiedlichsten Alters und unterschiedlicher Prägung ihren Dienst an. Von Sachsen-Anhalt über Kamerun, Lorch und Mexiko bis Waldhausen ist diesmal quasi „die ganze Welt umfassend“ vertreten. Selbst Italien hat sich nicht ganz verabschiedet. Endlich mal eine im wahrsten Sinne des griechischen Wortes „katholische“ Zusammensetzung. 

Besonders pfiffig vom Pfarrer: Die Verpflichtung der drei zwar gewählten, aber eben nach Stimmenanzahl knapp nicht im Rat vertretenen Kandidaten, als ständig beratende Mitglieder. In Zeiten mangelnder Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen, eine clevere Idee. Und so werden mit Wirkung vom 14. Juli 2020 im Gremium lauter handfeste und willige Gemeindemitglieder sitzen, die darauf brennen, neuen Schwung in die alte Hütte, die sich Kirche nennt, zu bringen: 

(Bild v.l.n.r.) Pastoralreferent Benedikt Maier, Thomas Fahrig, Tobias Schairer, Martin Götz, Bernd Hummel, Anne Wolfmaier, Anke Häntschel, Julia Haller, Hansi Radler, Werner Ott, Pfarrer Erhard Nentwich, Thelma Baur, Dieter Huttelmaier, Marlis Barnefsky, Francoise Nya Beuto, Cornelia Claßen-Pistelok, Sabine Breyer und (nicht im Bild) unsere Kirchenpflegerin Romina Capezzuto. Rechnet man noch unsere Pastoralreferentin Ronja Pergialis dazu, die wie Herr Pfarrer Nentwich und Herr Maier von Amts wegen dazugehört, sind es 19 Personen, wovon allerdings (momentan) nur 13 stimmberechtigt sind! 

Als zur vorgezogenen Mitternacht dann wie beim Karneval die Masken zum distanzvollen Traubensaft-Umtrunk fielen, konnte man einen zufrieden lächelnden Pfarrer und einen um einige Mühlsteine in jeder Hinsicht erleichterten ehemaligen Gewählten Vorsitzenden sehen. Schön, erleben zu dürfen, dass es noch so viel Engagement gibt!

Also, Jungs und Mädels: Die Halse ist schon geschafft! Sichert die Schoten und dann ab in die Wanten zum Rahsegel setzen! 

Der neue KGR ist an Bord und eingenordet. Ahoi, Aloha, Alleluia!

Text & Bilder: Ene Jeck üs’m Jötzedahl