„Auch wenn man Gutes tut, ist immer Egoismus dabei.“

Wer hat‘s gesagt?

Irgendein Satz bleibt doch immer hängen, wenn man der Predigt unseres Pfarrers halbwegs aufmerksam zuhört. Zugegeben, obiges Zitat ist nicht unbedingt leicht verdaulich, allerdings durchaus belastbar. Aber außer beschwerlicher Kost für das u.A. aus der Schweiz und dem Allgäu angereiste Auditorium gab es in diesem Gottesdienst auch erbauliche 

Music, made by Hands:

Wieder ein Covid19-konformer Gottesdienst mit „empor“gehobenen Sänger- und Instrumentalistinnen in Personalunion. Da hat sich doch um Helga Schatz (Gitarre) und Doris Schönleber eine Gruppe formiert, die man durchaus öfters engagieren sollte. Auch für Anita Sauter (Gitarre) und Friedhild Hurich (Blockflöte) war es quasi das Pandemie-Debüt in Sankt Konrad. Man darf immer wieder erstaunt sein, welche Blüten diese epidemiologisch schwierige Zeit hervorbringt. Es steckt eben in jedem Übel auch eine Chance! 

Lektorenprüfung im Wortgottesdienst:

Wer die Stimme des Herrn hört, der folgt ihm nach. Wer die schöne Stimme von Julia Haller hören will, der komme in die Sonntagsmesse. Es lohnt sich! Die neue Lektorin hat mit der Lesung am 16. Sonntag im Jahreskreis A quasi ihre Lektorenprüfung abgelegt und verjüngt damit den lektoralen Altersschnitt um etliche Jahre. 

Aber wo sind die Männer?!

Was auffällt: Sowohl bei den Lektoren, als auch bei den coronal bedingt neu zusammengestellten Musikgruppen für den GEG (Gemeindeersatzgesang) dominieren die Frauen, die sich trauen. Lasst uns also coole Männer suchen, die das Geschlechter-Gleichgewicht wieder herstellen. Je zur Hälfte zwei Drittel Frauen und Männer wäre ideal. Mathe 6, Religion sehrgut!

Der Taumel-Lolch:

Der Rezensent kennt sich aus, schließlich war der Opa Gartengestalter und Gärtner. Pfarrer Erhard Nentwich scheinbar auch?! Das Gleichnis von mit Unkrautsamen verunreinigtem Weizen war diesmal der rote Faden vom Evangelium zur Predigt. Die Kräuterexpertin der Seelsorgeeinheit, Monika Eberhard-Fromm, würde uns sofort um die Ohren hauen, dass es kein Un-Kraut gibt, sondern nur mehr oder weniger wirksame Kräuter. 

Wenn der Taumel-Lolch, Opa Ernst nannte ihn wegen seines ähnlichen Aussehens auch Säuferwoiza, sich in den Weizen mischt, dann kann dieser beim Verzehr zum Verlust der motorischen Fähigkeiten führen. Fatal für eine Kirche, wenn sie „taumelt“ und nicht dem „Unkraut“ im Inneren trotzend auf die Menschen, die immer auch Halt suchen, zugeht.

Perfektion ist langweilig!

Weizen muss in jeder Hinsicht gegen den „Lolium temulentum“ anwachsen. Letzteren auszureißen würde auch den Weizen schädigen…Und schon haben wir den Vergleich zur Kirche, in der auch nicht alles perfekt ist und die eben auch ihre „Auswüchse“ hat. „…Perfektionismus ist langweilig, weil er nur um sich selbst kreist. Es gibt nicht die perfekte Hochzeit, die perfekte Tauffeier, das perfekte Leben…“ Das Imperfekte und Unvorhergesehene anzunehmen und damit umzugehen macht das Leben erst interessant. Oh ja! Volltreffer !!!

Zum Bleiben animierender „Rausschmeißer“:

Man könnte es als etwas gewagt ansehen, noch einen „Buxtehude“ höheren Schweregrades drauf zu setzen, aber wenn als Organistin schon mal ein Kirchenmusikprofi wie Friderike Martens an der „reiserischen“ Orgel brilliert, kann gerne auch noch die letzte Pfeife von Schwell- und Hauptwerk staubfrei geblasen werden. 

Die „perfekte Messe“
war es natürlich niemalsnienicht, dafür aber genauso interessant wie erhebend. In Sankt Konrad erlebt man dafür kirchenmusikalische Vielfalt aus Laienhand, die ihresgleichen sucht. Amen.

  Bernhard Theinert
„Hallodri“ unter den Lorcher Katholiken 

 Bild:  Bernd Hummel