Turmkreuz von Sankt Konrad abmontiert!
Es tut sich was in der katholischen Kirchengemeinde Lorch:
Dass in heutiger Zeit alles in Frage gestellt wird müssen wir spätestens seit der ersten Amtszeit von Mr. President hinnehmen, aber dass wir jetzt sogar auch noch unsere Kreuze von den Kirchen holen müssen…?! Erinnerungen an den schulpolitischen Kruzifix-Streit von 1995, bzw. 2011 werden wach. Eine Zumutung sei so eine Darstellung, in der unser HERR für uns am Kreuz hängend grausam sterben musste.
Jetzt rächt sich der KGR von Sankt Konrad recht unchristlich dafür und dreht den Spieß des römischen Soldaten Longinus einfach um. Nach dem Motto „Kein Kreuz, kein Leid“ wurde das große lateinische Kreuz des Glockenturmes mittels Seil und Haken und einem Schwerlastkran entfernt.
Die ersten Passanten haben schon gefragt: „Ja wia, reißad ihr uichr Kirch ab, oder werdad ihr blos evangelisch?“ Uneins, was schlimmer wäre, muss man sagen: weder noch. Es wird das gemacht, was einige Zeitgenossen seit langem von der römisch-katholischen Kirche verlangen und an dem der „Synodale Weg“ angefangen hat zu arbeiten: die lang überfällige Generalsanierung!
Bevor ihnen das spanisch vorkommt sei gesagt, dass das Turmkreuz nur einen neuen Anstrich bekommt, genauso wie die dann betonsanierte Außenhaut. Einen Vorschlag, das Kreuz mit Plattgold vor Väterchen Rost zu schützen, hat der Rat aus uneinsichtigen Gründen abgelehnt.
Immerhin ist die Entkreuzigung unserer Kirche nun ein deutliches Zeichen dafür, dass es mit den Bauarbeiten voran geht. Im Anschluss wird das Innere des Turmes entkernt und verkehrssicher gemacht, damit Glöckner und Handwerker gefahrlos in die Glockenstube aufsteigen können.
Schlusspunkt der Turmsanierung ist dann die Erneuerung der Läutetechnik, aber das wird wohl noch eine Weile dauern. Solange bleiben die Glocken in Rom und kommen hoffentlich mit reichlich Heiligem Geist und dem Segen unseres Papstes Leo zurück.
Bernhard Theinert
Fotos: Lidija Jergentz und Werner Ott


