Sommerfest im Kloster Lorch

Geschichtliche Kompetenz trifft Gregorianik

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Gerne wird vergessen, dass das Mittelalter von unserem Glauben bestimmt wurde. Man kann weder diesen, noch die historisch-politischen Herrschaftsverhältnisse getrennt voneinander betrachten. Die Gästeführer im Kloster Lorch wussten das herauszustellen, so wie es auch Helga Weiss am Sonntag beim Sommerfest  angesprochen hat. Sie führte als „Berta vom Elisabethenberg“ ganz gezielt auf die kurze Andacht mit Gesängen aus den Lorcher Chorbüchern von 1512 hin, ohne dabei geschichtliches Wissen und Lebensweise der Menschen unter der Staufer-Herrschaft zu vernachlässigen. Und das immer aus dem Blickwinkel der Historie der Grablege dieser Kaiser-Familie.

Um allen Lorchern, aber auch weiter gereisten Interessierten mit schmalem Geldbeutel eine Freude zu machen, wurde auf Eintritt und Gebühren für stündlich stattfindende Führungen verzichten.
Schwierig für die wissenden Gästeführer: das Geschehen von damals in lediglich eine Stunde zu packen, wofür normalerweise sieben Schwerpunktführungen angeboten werden. 

Ein Highlight war und ist da sicher das Staufer-Rundbild des verstorbenen Künstlers Hans Kloss im Kapitelsaal, in dem die Geschichte der uns heute noch prägenden Dynastie eindrucksvoll dargestellt wird. 

Während sich draußen profane Ritterscharen gegenseitig impulsiv mit Schwertern bearbeiteten, setzte die Schola Cantorum Lorchensis in der Klosterkirche einen geistlichen Impuls als sakralen Kontrapunkt: „Ubi Caritas et Amor…“. 

„Güte und Liebe“ waren dann auch ein auf die Ewigkeit verweisender guter Abschluss dieses Tages, der von den „Klosterfrauen“ des Touristikbüros auf dem heiligen Berg  gut vorbereitet und begleitet wurde. 

Annette Pfisterer, die „Mutter Oberin“, und Hanna Pfisterer, deren „Cellerarin“, hatten damit quasi ihr Coming-Out als neue Verantwortliche im Kloster-Shop. Neben den anderen MitarbeiterInnen also noch zwei weitere außerordentlich sympathische „junge“ Frauen mit neuen Ideen, deren gute Auswahl an Atzung und Trunk den singbetenden und gut katholisch trinkfreudigen Scholaren am Folgetag keinerlei Kopfzerbrechen bereitet hat. Und nicht nur die freuen sich nun auf das nächste Sommerfest, vielleicht schon im Winter?!

Text: Bernhard Theinert
Bilder: Gabriele Theinert